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Montags-Gebet?

Leipzig, 1982. In der Nikolaikirche beginnt Pfarrer Christian Führer etwas völlig Unspektakuläres: ein Friedensgebet. Jeden Montag, 17 Uhr. Wie viele kamen? Manchmal eine Handvoll – in einer riesigen, kalten Kirche. Sieben Jahre lang, in denen menschlich gesehen nichts passierte. Nur: Lehre. Gemeinschaft. Gebet. Montag für Montag. Wer von uns hätte das durchgehalten?

Dann kam der 9. Oktober 1989. Ein Montag. Das Regime hatte alles aufgeboten, die Krankenhäuser hielten Blutkonserven bereit – alle rechneten mit Gewalt. Die Staatsmacht schleuste sogar Hunderte Funktionäre in die Kirche – und die saßen nun da und hörten das Evangelium. Nach dem Gebet warteten draußen 70.000 Menschen mit Kerzen. Wer eine Kerze trägt, kann keinen Stein werfen: Eine Hand hält die Kerze, die andere schützt die Flamme. Kein Schuss fiel. Vier Wochen später fiel die Mauer.

Der SED-Funktionär Horst Sindermann sagte später: „Wir hatten alles geplant. Wir waren auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebete.“ Sieben Jahre „proskartereo“* – und Gott veränderte ein ganzes Land. Gott schreibt Geschichte mit Leuten, die beten – und dranbleiben.

Als Gemeinde ist es uns wichtig, Gottes Führung zu erleben – und unser Wunsch ist, dass der Herr SEINE Gemeinde baut. Momentan suchen wir aktiv genau diesen göttlichen Willen – und wollen VOR unserem eigenen Aktionismus das Gebet nach vorn stellen – wo es auch hingehört. Der erste „Output“ der Zukunftsgruppe ist deshalb die Umsetzung dessen, was wir bereits in der Predigt am 12.07.2026 gehört haben, regelmäßig beten, zwar nicht montags, sondern mittwochs, und auch nicht um 17.00 Uhr, sondern um 20.00 Uhr und auch nicht in der Nikolaikirche, sondern über „Zoom“. Dazu laden wir jeden ganz herzlich ein!

Mittwochs-Gebet – Zukunfts-Gebet!

*proskarterountes (προσκαρτεροῦντες) – „sie blieben beständig“. Wörtlich „sich mit ganzer Kraft an etwas festklammern“. Dasselbe Wort steht in Apostelgeschichte 1,14: Vor Pfingsten hielten die Jünger beständig am Gebet fest – dann fiel der Geist. Beständigkeit ist die Vorbereitung der Ausgießung des Heiligen Geistes. Und der jüdische Kontext schärft das noch: Die erste Gemeinde erfand keine Events, sie ging „jeden Tag“ zu den festen Gebetszeiten in den Tempel (Apg 3,1: die neunte Stunde). Ein Rhythmus, kein Hype – das Spektakuläre tat Gott selbst ( 1. Stunde ≈ 6 Uhr morgens, also ist die 9. Stunde ≈ 15 Uhr nachmittags.)